Über uns

Angebote speziell zur psychosozialen Krisenintervention waren bis zur Gründung des Krisendienstes 1998 in Wuppertal nicht vorhanden. Dies führte besonders außerhalb der üblichen Dienstzeiten von niedergelassenen Ärzten und anderen Fachdiensten zu großen Problemen. Es sind dann in erster Linie Polizei, Feuerwehr und insbesondere das unmittelbare soziale Umfeld des Betroffenen, die mit der Notsituation konfrontiert und vielfach überfordert sind. Deshalb ist es kein Zufall, dass in Wuppertal gerade von Seiten der Polizei, der Feuerwehr und der Angehörigenverbände die Einrichtung eines qualifizierten Krisendienstes gefordert wurde. Diese Forderung wurde von allen Einrichtungen der psychosozialen Versorgung unterstützt. Frühzeitige Intervention in psychosozialen Krisen kann oft eine Zuspitzung der Problematik und ihre potentielle Chronifizierung verhindern sowie Problemlösungen im normalen lebensweltlichen Kontext der Betroffenen aufzeigen. Die Arbeit eines Krisendienstes trägt somit nicht nur zu einer verbesserten Versorgung der Betroffenen bei, sondern leistet auch einen nicht unerheblichen Beitrag zur Kostensenkung.

Aus dieser Notwendigkeit heraus hatte sich 1996 der Arbeitskreis Krise unter Federführung der Stadt Wuppertal, Ressort Jugendamt und Soziale Dienste, konstituiert, um eine auf Wuppertal zugeschnittene Konzeption zu entwickeln. Teilnehmer dieses Arbeitskreises waren (in alphabetischer Reihenfolge):

  • alpha e.V.
  • Arbeitskreis der Leiterinnen und Leiter der Beratungsstellen
  • Beratungsstelle für Drogenprobleme e.V.
  • Bergische Diakonie Aprath
  • Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal
  • Evangelische Stiftung Tannenhof
  • Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe e.V.
  • Johanniter Tagesklinik
  • Johanniter Wohn- und Fördergemeinschaft e.V.
  • Ressort Jugendamt und Soziale Dienste
  • Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamts
  • Sozialpsychiatrisches Zentrum Wuppertal gGmbH

  • Zielsetzung

    Der WENDEPUNKT / WUPPERTALER KRISENDIENST gGMBH ist als allgemeiner psycho-sozialer Kriseninterventionsdienst konzipiert. Er macht keine Beratungsbeschränkungen, sondern ist ansprechbar für alle Menschen, die unmittelbar oder mittelbar von einer krisenhaften Entwicklung betroffen sind.

    Ca. 30 % der Krisenklientel kommen aus dem psychiatrischen und dem Suchtbereich.


    Definition der Krisenintervention

    „Krisenintervention bezeichnet eine Form der Frühbehandlung und Vorbeugung psychischer Störungen, Krankheiten und Fehlhaltungen, deren Auftreten in engem Zusammenhang mit Krisen steht. Ihr Ziel ist die professionelle Intervention und Hilfe bei Menschen in akuter Notlage und Krisensituation, um eine Zuspitzung der Problematik und ihre potentielle Chronifizierung zu verhindern.“ [1]

    Träger des Krisendienstes

    Träger des Krisendienstes ist eine gemeinnützige GmbH mit folgenden Gesellschaftern:

    Stadt Wuppertal

    Stadt Wuppertal
     
    Bergische Diakonie Aprath

    Bergische Diakonie
    Aprath
    Evangelische Stiftung Tannenhof

    Evangelische Stiftung
    Tannenhof
    Fachklinik Langenberg

    Fachklinik Langenberg
    im Langenberger Krankenhausverein
    Sozialpsychiatrisches Zentrum Wuppertal gGmbH

    Sozialpsychiatrisches Zentrum
    Wuppertal gGmbH

    Darüber hinaus findet das Projekt breiteste Unterstützung in den Bereichen Gesundheitsfürsorge und Freie Träger der Wohlfahrtspflege.

    Lage, Ausstattung

    Der Dienst befindet sich in zentraler Innenstadtlage von Wuppertal-Elberfeld.

    Krisenbetten werden nicht vorgehalten.
    Ein PKW für mobile Kriseneinsätze steht zur Verfügung.


    Dienstzeiten

  • montags - freitags 18.00 - 8.00 Uhr
  • samstags/sonntags/feiertags rund um die Uhr
  • Personelle Ausstattung

    Die Mitarbeiter/-innen des Krisendienstes sind nebenberuflich auf der Basis von Honorarverträgen tätig. In der Regel rekrutieren sie sich aus Einrichtungen der regionalen psychosozialen Versorgung. Jede Schicht ist mit 2 Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern besetzt. Bei durchschnittlich 2 – 3 Einsätzen pro Monat wird (unter Berücksichtigung von Krankheit, Urlaub und Personalwechsel) ein Stamm von 40 – 50 Honorarkräften benötigt. Hinzu kommt die Funktion der Einsatzleitung.

    Qualifikation des Personals

  • Ausbildung in einem sozialen Beruf
  • mehrjährige Berufserfahrung
  • Zusatzausbildung im Sinne therapeutischer Basisqualifikation
  • profunde Kenntnisse psychosozialer Versorgungsangebote
  • Weiterbildung und Supervision

    Regelmäßige Supervision und Fortbildung.

    Ärztlicher Bereitschaftsdienst

  • Allgemeiner ärztlicher Notdienst
  • Zusammenarbeit mit dem jeweils Dienst habenden Arzt der Evangelischen Stiftung Tannenhof (Allgemeinpsychiatrie) sowie der Fachklinik Langenberg (Sucht)
  • Kooperationspartner

    Alle an der psychosozialen Versorgung beteiligten Organisationen und Einrichtungen sowie Polizei und Feuerwehr.


    Öffentlichkeitsarbeit

    Ständige Bereitstellung von Informationsmaterial an allgemein zugänglichen Stellen (z.B. Apotheken, Rathaus) im gesamten Stadtgebiet.

    Regelmäßige Erwähnung in

  • Medien (Tagespresse, Lokalradio, Lokalfernsehen etc.)
  • Institutionen der psychosozialen Versorgung
  • Mitarbeit in der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen/psychiatrischen Krisendienste.

    Weiter- und Nachbetreuungsmöglichkeiten

    Hier sind alle in der psychosozialen Versorgung tätigen ambulanten Dienste einbezogen.

    Die Möglichkeit der unmittelbaren Weiterbetreuung ist sichergestellt. Der Arbeitskreis der Beratungsstellen erklärte diesbezüglich seinen Willen zur Zusammenarbeit.

    Dokumentation

    Personenbezogene Dokumentation unter Beachtung der Datenschutzvorschriften durch die Mitarbeiter/-innen des Krisendienstes.

    Wissenschaftliche Begleitung

    Evaluation der Interventionsformen und -ergebnisse über den Zeitraum der ersten 12 Monate im Rahmen einer Diplom-Arbeit an der Bergischen Universität Wuppertal, Fachbereich Sozialwissenschaften.


    [1] Fiedler, P.: Existentielle Krisen und Krisenintervention. In: Hörmann, G./Nestmann, F. (Hrsg.):
    Handbuch der psychosozialen Intervention. Westdeutscher Verlag, Opladen, 1988, S. 114